Start in die neue Probesaison

Von | Fasnacht | Keine Kommentare

Mitte dieses Monats sind wir in die neue Probesaison gestartet. Neben den älteren Liedern, die wir wieder auf Vordermann bringen, sind wir aber auch daran drei neue Stücke einzuüben. Natürlich verrate ich hier nicht um welche Lieder es sich handelt, eines könnt ihr aber sicher sein – es sind alle drei richtige Ohrwürmer!
Dass die Arrangements für uns Sousaphonisten nicht immer gleich interessant zu spielen sind, weiss wohl jeder, der ein tiefes Instrument spielt. Oft spielen wir simple Humptata-Begleitungen. Zufälligerweise bin ich auf YouTube auf einen kleinen Film gestossen, der unsere Situation schön zeigt. Sogar das Happy-End haben wir manchmal. Viel Spass beim anschauen!

Ironman 70.3 oder ein Nachmittag als bezahlter Fan

Von | Allgemein | Keine Kommentare

Zugegeben, wir hatten einen lustigen Nachmittag gestern. Wir waren am Ironman 70.3 in Rapperswil, wo wir unseren Präsi beim rennen angefeuert haben. Und nicht nur ihn, mit ihm über tausend weitere Wettkämpfer.
Harlekinos beim FanenTraditionell bewaffnet mit Lärminstrumenten (vergleiche dazu meine letzten zwei Einträge im Harleblog) haben wir die Läufer beim Technikum angefeuert. Dazwischen haben wir auch ab und zu ein Ständchen gebracht, um das nicht übermässig zahlreiche Publikum zu unterhalten. Auch en Läufern hat es gefallen, hat mir doch ein österreichischer Teilnehmer auf dem Heimweg anvertraut, dass ihn unsere Musik ziemlich unterstützt habe. Unser Standort war toll, kamen sie doch gleich viermal bei uns vorbei – wobei es spannend war zu sehen, wie einige immer schlechter ausgesehen haben. Nicht erstaunlich nach rund zwei Kilometern im Wasser, neuzig auf dem Rad und etlichen in den Beinen.
Ein grosses Fragezeichen habe ich aber doch nach dem gestrigen Tag. Ist Triathlon eine dermassen unattraktive Sportart, dass man als Organisator Fans bezahlen muss, dass etwas Stimmung aufkommt? Wir waren nämlich nicht die einzigen, die für ihr Engagement eine Gage bekommen haben. Am Vormittag haben wir nämlich auch eine Schulklasse getroffen, die per Schiff nach Rapperswil gebracht wurde um zu fanen. Für mich kann ich diese Frage mit „ja“ beantworten. Ich finde Triathlon unattraktiv. Es ist zwar schon lustig zu sehen, wie sich manch einer abkämpft, aber irgendwann habe ich das gesehen.

PS: Unser Präsident hat den Ironman 70.3 Rapperswil in der sensationellen Zeit von fünf Stunden, dreiundvierzig Minuten und achtzehn Sekunden absolviert. Ich gratuliere dir an dieser Stelle und ziehe meinen Hut vor deiner beachtlichen Leistung.

Wie, wo, wann und warum entstand die Guggenmusik?

Von | Allgemein, Fasnacht | 2 Kommentare

Gerne greife ich de Frage von Sabi aus dem Kommentar zu meinem letzten Blog auf: „Wie, wo, wann und warum entstand die Guggenmusik?“
Bei meiner Recherche stiess ich auf einen Artikel von Dominik Wunderlin aus dem Heft „Schweizer Volkskunde“ von 1985 mit dem Titel „Ursprung der Guggenmusik“. Auf diesen Artikel beziehe ich meine folgende Antwort auf die Frage von Sabi.
Umzüge mit Lärmgeräten sind im Volksbrauch eine weltumgreifende Erscheinung. In unserem Kulturkreis kennen wir Lärmumzüge vor allem bei Winter- und Frühlingsbräuchen. Unter Begriffen wie „Tschättermusik“ oder „Katzenmusik“ sind diese improvisierten Musikgruppen bei uns seit langem bekannt. Diese älteren Bezeichnungen wurden im 20. Jahrhundert weitgehend abgelöst durch das Wort „Guggenmusik“. Dieser neue Begriff, und mit ihm zu einem grossen Teil die Sache selber, scheint sich von Basel aus verbreitet zu haben. In einem Basler Karnevalsbericht aus dem Jahr 1852 ist die Rede von einer Musikgruppe, die, gekleidet in Schlafrock und Zipfelkappe, mit Trompeten, Pauken, Piccolo, Bombardon (Tuba), Kornett und Pauke durch die Gassen zog. Diese Beschreibung tönt schon verdächtig nach Guggenmusik, auch wenn sie noch nicht so genannt wurde. Für die Zeit um die Jahrhundertwende darf die Existenz von Guggenmusiken als sicher angenommen werden. Das Wort „Guggenmusik“ erscheint das erste Mal 1906 im Basler „Verzeichnis der Fasnachtszüge“. Bis zum Kriegsausbruch 1939 begegnet man in Zeitungsberichten immer wieder Guggenmusiken an der Basler Fasnacht, auch wenn das nicht immer von allen Leuten gern gesehen war.
Fasnachtsumzug in Baden 1912Erneut richtig los ging es mit den Guggenmusiken in Basel 1946, an der ersten Nachkriegsfasnacht, als sieben Guggenmusiken teilnahmen. 1962 wurde der Morgenstreich zur ersten Mal ohne Guggenmusiken durchgeführt. In Gegenzug versprachen die Trommler- und Pfeiffer-Cliquen, zukünftig am Dienstagabend das Gebiet zwischen Markt- und Barfüsserplatz nicht mehr spielend zu betreten. Diese Regelung hatte Erfolg, wurde der Dienstag bald zum „Guggezyschtig“.
In Basel sind also Guggenmusiken seit etwa 1900 bezeugt, Basel kann demnach als Ursprungsort der „Guggenmusikbewegung“ bezeichnet werden, eine Bewegung, die in die ganze Schweiz und sogar über die Landesgrenzen hinaus ausstrahlte. In Luzern, wo 1948 eine Basler Formation am Fritschi-Umzug teilnahm, wurde noch an der gleichen Fasnacht eine Guggenmusik gegründet. Diese Gruppe, nahm 1949 an der Zürcher Fasnacht teil, wo bereits 1948 auf Initiative von zwei „Heimwehbaslern“ eine Guggenmusik entstanden ist. In Solothurn, wo die „Chesslete“ schon lange den Fasnachtsbeginn markierte, liess man sich 1949 inspirieren und gründete die erste Solothurner Guggenmusik.
Sabi, ich hoffe, ich konnte deine Frage zufrieden stellend beantworten. Auf weitere spannende Fragen freue ich mich.

PS: Das Bild zeigt den Badener Fasnachtsumzug von 1912.

Guggenmusik?

Von | Allgemein | Ein Kommentar

Die Fasnacht ist schon seit längerem vorbei, auch unsere GV liegt hinter. Die Harlekinos sind in ihren Sommerschlaf gefallen, aus dem sie ab und zu gewekt werden, z.B. fürs Guggereisli oder den Ironman in Rapperswil. Tja, was tut Harlekin so, wenn er nicht Proben oder Fasnächtlen kann? Er stellt sich fragen, die er schon immer mal beantwortet haben wollte, aber nie die Zeit dafür gefunden hat.
Zum Beispiel: „Was heisst eigentlich Guggenmusik?“ Wir sind eine Guggenmusik und wir machen Guggenmusik, aber was ist das eigentlich? Gefragt, getan!
Das „Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache“ aus dem Jahr 1885 vermerkt unter dem Eintrag „Guggi“ (da ist nicht der Gäbe gemeint!): Horn, Trompete und das im scherzhaften Sinne gemeint. Analog dazu heisst das Verb „guggen“ also: auf einem Horn blasen, scherzhaft „schlecht auf einem Instrument blasen“.
Eine Guggenmusik ist als im eigentlichen Wortsinn eine Blasmusik, die schlecht spielt – ob absichtlich oder unabsichtlich, lassen wir mal beiseite. Einen eigenen Eintrag für „Guggenmusik“ gibt es übrigens im besagten Wörterbuch – auch „Schweizerisches Idiotikon“ genannt nicht.
So dann wäre diese Frage jetzt beantwortet. Falls jemand an weiteren spannenden Fragen rumgrübelt, soll er oder sie diese doch hier als Kommentar hinterlassen. Ich freue mich schon auf interessante Fragen.

Schultz der Tubist besucht Tom und Jerry

Von | Allgemein | Keine Kommentare

Da surfe ich ganz unschuldig im Netz und verwende das Stichwort „Tuba“ – was soll ich sonst tun als Tubist. Und da stosse ich auf einen Link mit dem Namen „Tom and Jerry – The Tuba Tooter“. Interessiert wie ich an allem Neuen bin, klicke ich weiter, gespannt, was Tom und Jerry mit einer Tuba am Hut haben. Ich stosse dabei auf folgendes Video:

Beim schauen des Films war ich doch etwas erstaunt, stelle ich mir unter „Tom und Jerry“ Katz und Maus vor und keine Menschen. Doch eine kleine Recherche bringt Klarheit. Mein Film stammt aus dem Jahr 1932 während die allseits bekannten „Tom und Jerry“ erst ab 1940 gezeichnet wurden. Tom und Jerry in meinem Film sind übrigens die beiden Burschen, die – geweckt von Schultz, dem deutschen Tubaspieler – aus dem Bett springen und Klavier spielen. Das Umptata-Ding, das Schultz im Strip spielt, war laut meiner Recherche total in in den zwanziger Jahren und wurde daher für diese Folge von „Tom and Jerry“ verwendet.
Nachdem der ursprüngliche Produzent – die Van Beuren Studios, die „Tom and Jerry von 1931 bis 1933 prodizierten – in den fünfziger Jahren übernommen wurden, bekamen die beiden Hauptfiguren der Cartoon neue Namen: Dick and Larry. Mir gefällt „Tom und Jerry“ aber irgendwie besser, auch wenn man sich normalerweise Katz und Maus unter diesen Namen vorstellt. Vielleicht gefällt mir der Cartoon auch einfach, weil mit Schultz ein Tubist die Hauptrolle spielt. 🙂
Wer sich den Clip in guter Auflösung und total legal runterladen will, kann das hier tun. Mit „hier“ ist ein Klick auf hier gemeint.