Guggerumzug in Uznach

Von 30. August 2007 Fasnacht Keine Kommentare

Bei prächtigem Wetter trafen wir uns gestern am Bahnhof Rapperswil (Station Blumenau und Bahnhof Schmerikon). Allerdings habe ich mich bei der Ankunft am Bahnhof erst ein mal hintersinnt und mich gefragt, ob ich gewaltig verarscht wurde, denn ich war der einzige Harlekin weit und breit. Ich habe mich wirklich gefragt ob wir uns erst um halb zwei treffen und ich geleimt wurde. Dem war nicht so, aber Hü ging es an der Station Blumenau ähnlich. In Uznach kam die nächste Überraschung von unseren Jubileuten: eine feine Quick-Soup. Mir hat diese Suppe sehr gut getan, fühlte ich mich nachher schon fast wieder hergestellt – habt ihr da noch was reingemischt?
Da wir eine der letzten Nummern im Umzug waren hiess es wieder warten. Als wir endlich an die Reihe kamen, war es schon fünf nach drei. Dafür hatte es viel Publikum am Umzug und der Umzug war kurz und bündig, allerdings nicht ganz so kurz wie der Nachtumzug am Abend vorher. Zum Glück gab es nach dem Umzug ein Bier, mit dem der lauwarme Schüblig (gut gelagert in einer Milchtanse) und das trockene Brötli heruntergesühlt werden konnten. Die einen verbrachten die Zeit bi zum nächsten Auftritt in Ruhe in einem Café, andere genossen die Ruhe an der Sonne. Da wussten wir noch nicht was auf uns zukommen würde.
Bei einem Platzauftritt vor dem Restaurant Krone lerne ich ein nettes Päärchen kennen, das mir noch eine Video von unserem Auftritt schicken sollte. Das ist aber noch nicht der Punkt. Nach dem Auftritt kamen die beiden nochmals zu mir und vertauten mir an, dass sie selber Guggenmsuik machen würden und da ihnen unser Stil gefalle, hätten sie schon lange beschlossen, dass sie zu den Harlekinos kommen würden, würde ihre Gugge mal aufgelöst (so viele Konjunktive!). Ich liebe solche Aussagen! Diese beiden waren aber nicht die einzigen, denen unser Stil gefiel. Beim nachfolgenden Auftritt in Strippender Unbekannter in Uznachder Krone kam es zu einem denkwürdigen, weil bisher einzigartigen, Zwischenfall. Als wir nichtsahnend den „Harlekinos“ angestimmt hatte, stürmte ein knackig gebauter (habe ich mir jedenfalls bestätigen lassen), jüngerer Mann den freien Platz zwischen uns Harlekinos und begann mit einem Strip, der ihn am Ende in den Boxershorts dastehen liess. Zwischendruch liess er auch noch ein bisschen Spalt aufblitzen, was vor allem die Eltern der Kinder an diesem Tisch gefreut haben dürfte :-). Geistesgegenwärtig zückte ich mein Handy – sinniger weise kann man damit nicht nur telefonieren, jetzt weiss ich auch warum – und filmte die surreale Szene. Leider war der Speicherplatz zu klein, so dass nur der nebenstehende Schnappschuss von der spontanen Aktion Zeugnis ablegen kann. Aber vielleicht ist es ja besser so, in der Phantasie und der Erinnerung ist das Ganze doch schöner als auf billigem Zelluloid gebannt. Verzeiht mir die Metapher, es ist mitr bewusst, dass das Video nur aus Einsen und Nullen bestanden hätte. So überrscht oder geschockt, je nach Standpunkt, endete unser Fasnachtsstartwochenende. Mir hat es gefallen, ich hatte meinen Spass und bin heute sogar wieder ausgeschlafen – Ferien sind doch schön.

Gruss Butch

Eine etwas müde Livia in UznachPS: Dass nicht nur ich am Ende dieses Wochenendes müde aber glücklich war zeigt das Foto von Livia, aufgenommen von Marcel Hofstetter nach dem Umzug in Uznach. Schaut euch das zufriedene Lächeln an.

PPS: Livia, wenn dich das Foto stört, dann melde dich und ich entferne es!

Montag, 5. Februar 2007