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Gastrokritik oder fasnächtliches Essen in Rapperswil

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Das vergangene Fasnachtswochenende in Rapperswil hat auch kulinarisch einiges geboten von dem ich an dieser Stelle berichten will.
Begonnen hat es am Freitagabend im Restaurant Bunkerli, wo uns der legendäre Stammtischteller erwartete. Ein riesiger Teller – eigentlich eine Platte – mit einem ebenso riesigen Schnitzel, einem Berg Pommes Frites und Salat. Wie immer war es super fein, eine schon fast unanständig grosse Portion. Einige unserer Ladys mussten schon recht kämpfen, um der Portion Herr zu werden. Aber fasten oder weniger Essen können wir in der Fastenzeit und die kommt bekanntlich erst nach der Fasnacht. Es ist gut nachvollziehbar, dass sich einige Harlekinos schon die ganze Woche auf den Abend mit dem Stammtischteller im Bunkerli gefreut haben.
Kulinarisch hochstehend ging es am Samstagmittag weiter. Nach einem Geburtagsauftritt – Josef, auf diesem Weg nochmals alles Gute – gab’s verschiedene Partybrote, die es in sich hatten. Prall gefüllte Brote mit Salami, Käse oder Trockenfleisch. Und dazu ein guter Tropfen von weisser Farbe. Wir sind uns scon am überlegen, ob wir nicht die üblichen Sandwiches im Car gegen diese Partybrote austauschen sollen. Auch das Nachtessen im Quellenhof zu Rapperswil konnte sich sehen lassen. Nach einem gemischten Salat – Walki hat hoffentlich den exzellenten Maissalat mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen – gabe es eine feine Lasagne, wahlweise mit oder ohne Fleisch. Dazu gab es Nachschlag, so dass auch an diesem Abend niemand zu wenig Essen bekam. Der Koch musste die Lasagne übrigens in der benachbarten Metzgerei backen, da sein Ofen den Geist augegeben hatte.
Am Sonntag gab’s dann nicht mehr so viel zu Essen, mindestens nicht mehr organisiert und alle zusammen. Was es aber gab, war das obligate Wienerli mit Bürli und Senf nach dem Umzug, wobei die Vegis hier den Zonk gezogen haben, für die gab es nur Bürli mit Senf – gäll Eme. Wir hatten das Glück, die Ersten auf dem Platz zu sein, so dass unsere Würstli noch einigermassen warm und die Brötli noch nicht durchnässt waren.
Abschliessend kann man sagen, dass wir kulinarisch gesehen ein perfektes Wochenende hinter uns haben. Fein gespiesen am Freitag und Samstag, was will man noch mehr?

Gruss Butch

PS: Hat nichts mit Essen, dafür mit Trinken zu tun. Mit Entsetzen habe ich an diesem Wochenende festgestellt, dass es im Bären das gute alte Cardinal nicht mehr gibt. Es wurde vom in meinen Augen weniger genüsslichen bündner Bergquellwasser abgelöst. Und auch die schwarze Perle Guinness gibt es nicht mehr, sie wurde von Murphys Law verdrängt.

Dienstag, 13. Februar 2007

Mein Freund der Pflasterstein

Von | Fasnacht | Keine Kommentare

Seit Samstag habe ich einen neuen Freund. Es ist ein Stein, aber nicht irgend ein ordinärer und langweiliger, nein. Es ist ein Rapperswiler Pflasterstein. Auf ihm steht zwar „Hauptplatz“, die Legende erzählt aber, dass er vor rund zehn Jahren in einer Nacht- und Nebelaktion in der Hintergasse aus der Strasse befreit wurde. Und dieser Pflasterstein ist nun für gut anderthalb Wochen mein Freund geworden und wohnt bei mir zu Hause.
Ich und mein PflastersteinBekommen habe ich ihn vom Beni, seines Zeichens Stapi unserer neuen, schönen, grossen Stadt. Und mit ihm habe ich die Herrschaft über die Rapperswil-Joner Strassen bekommen. Ich bin mit dem Stein so zu sagen Strassenbesitzer geworden. Ein Schloss besitze ich als Ortsbürger ja schon (mit) und nun also Strassen. Was macht man mit Strassen? Ich könnte eine Maut verlangen und so unsere Guggenkasse ein wenig aufbessern. Oder eine Strasse umbenennen! Was haltet ihr von „Avenue des Arlequins“ für die „Neue Jonastrasse“? Das würde doch auch zu unserem Jubiläum passen. Eine eigene Strasse!
Na ja, eigentlich ist es nicht ganz korrekt wenn ich schreibe, ich hätte ihn bekommen, ich habe den Stein ja nur stellvertretend für alle Rapperswil-Joner Guggenmusiken bekommen. Und zurückgeben muss ich ihn ja auch wieder. Dann am Geissebei, aber das ist ein anderes Thema.
Nun ist er vorerst mal mein Freund geworden und hat sich bei mir häuslich eingerichtet. Dabei hatten wir doch Anfangsschwierigkeiten, habe ich den Pflasterstein doch beinahme auf dem Hauptplatz vergessen. Herbië sei Dank, hat er doch noch seinen Weg gemacht und ist an die Seestrasse gekommen. „Ende gut, Alles gut“, kann ich da nur sagen.

Gruss Butch

PS: Übrigens wohnt der Stein in der fasnachtsfreien Zeit bei der Bauverwaltung unter der Obhut von Herrn Keller. Den Umzug von Rapperswil nach Jona ins neue Stadthaus hat der Pflasterstein übrigens ganz gut überstanden und er hat sich an sein neues Heim gewöhnt, wie er mir verraten hat.

Montag, 12. Februar 2007

Guggerumzug in Uznach

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Bei prächtigem Wetter trafen wir uns gestern am Bahnhof Rapperswil (Station Blumenau und Bahnhof Schmerikon). Allerdings habe ich mich bei der Ankunft am Bahnhof erst ein mal hintersinnt und mich gefragt, ob ich gewaltig verarscht wurde, denn ich war der einzige Harlekin weit und breit. Ich habe mich wirklich gefragt ob wir uns erst um halb zwei treffen und ich geleimt wurde. Dem war nicht so, aber Hü ging es an der Station Blumenau ähnlich. In Uznach kam die nächste Überraschung von unseren Jubileuten: eine feine Quick-Soup. Mir hat diese Suppe sehr gut getan, fühlte ich mich nachher schon fast wieder hergestellt – habt ihr da noch was reingemischt?
Da wir eine der letzten Nummern im Umzug waren hiess es wieder warten. Als wir endlich an die Reihe kamen, war es schon fünf nach drei. Dafür hatte es viel Publikum am Umzug und der Umzug war kurz und bündig, allerdings nicht ganz so kurz wie der Nachtumzug am Abend vorher. Zum Glück gab es nach dem Umzug ein Bier, mit dem der lauwarme Schüblig (gut gelagert in einer Milchtanse) und das trockene Brötli heruntergesühlt werden konnten. Die einen verbrachten die Zeit bi zum nächsten Auftritt in Ruhe in einem Café, andere genossen die Ruhe an der Sonne. Da wussten wir noch nicht was auf uns zukommen würde.
Bei einem Platzauftritt vor dem Restaurant Krone lerne ich ein nettes Päärchen kennen, das mir noch eine Video von unserem Auftritt schicken sollte. Das ist aber noch nicht der Punkt. Nach dem Auftritt kamen die beiden nochmals zu mir und vertauten mir an, dass sie selber Guggenmsuik machen würden und da ihnen unser Stil gefalle, hätten sie schon lange beschlossen, dass sie zu den Harlekinos kommen würden, würde ihre Gugge mal aufgelöst (so viele Konjunktive!). Ich liebe solche Aussagen! Diese beiden waren aber nicht die einzigen, denen unser Stil gefiel. Beim nachfolgenden Auftritt in Strippender Unbekannter in Uznachder Krone kam es zu einem denkwürdigen, weil bisher einzigartigen, Zwischenfall. Als wir nichtsahnend den „Harlekinos“ angestimmt hatte, stürmte ein knackig gebauter (habe ich mir jedenfalls bestätigen lassen), jüngerer Mann den freien Platz zwischen uns Harlekinos und begann mit einem Strip, der ihn am Ende in den Boxershorts dastehen liess. Zwischendruch liess er auch noch ein bisschen Spalt aufblitzen, was vor allem die Eltern der Kinder an diesem Tisch gefreut haben dürfte :-). Geistesgegenwärtig zückte ich mein Handy – sinniger weise kann man damit nicht nur telefonieren, jetzt weiss ich auch warum – und filmte die surreale Szene. Leider war der Speicherplatz zu klein, so dass nur der nebenstehende Schnappschuss von der spontanen Aktion Zeugnis ablegen kann. Aber vielleicht ist es ja besser so, in der Phantasie und der Erinnerung ist das Ganze doch schöner als auf billigem Zelluloid gebannt. Verzeiht mir die Metapher, es ist mitr bewusst, dass das Video nur aus Einsen und Nullen bestanden hätte. So überrscht oder geschockt, je nach Standpunkt, endete unser Fasnachtsstartwochenende. Mir hat es gefallen, ich hatte meinen Spass und bin heute sogar wieder ausgeschlafen – Ferien sind doch schön.

Gruss Butch

Eine etwas müde Livia in UznachPS: Dass nicht nur ich am Ende dieses Wochenendes müde aber glücklich war zeigt das Foto von Livia, aufgenommen von Marcel Hofstetter nach dem Umzug in Uznach. Schaut euch das zufriedene Lächeln an.

PPS: Livia, wenn dich das Foto stört, dann melde dich und ich entferne es!

Montag, 5. Februar 2007

Harlekinos-Fasnachtsstart in Eschenbach

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Um es vorweg zu nehmen – endlich hat auch für uns die Fasnacht begonnen. Wir waren zwar nur kurz unterwegs – einen Abend und einen Nachmittag, aber wir haben schon einiges erlebt. Der Höhepunkt war wohl der Stripper aus dem Raum Schaffhausen, aber dazu spärer mehr.
Gestartet sind wir in Eschenbach und schon die Anreise war ein Abenteuer. Als Eva-Maria und ich beim Bahnhof in Rapperswil den Bus nach Eschenbach bestiegen, war der doch schon ziemlich voll. Was wir im Gegensatz zu den anderen Passagieren wussten, war, dass bis zur Haltestelle Erlen (oder Hummelberg?) noch etwa zwanzig weitere von uns einsteigen werden. Ich erinnere mich an einen Papi mit Kinderwagen, der bei jeder Haltestelle und mit jedem neuen Harlekino unruhiger wurde und befürchtete, dass er in der Erle den bus nicht mehr verlassen könne – es hat natürlich geklappt.
Nachdem uns René in Eschenbach mitgeteilt hat, was wir am Umzug alles nicht unternehmen dürfen – u.a. nicht stehen bleiben und kein offenes Feuer mittragen – haben wir uns gefragt, was wir nun eigentlich tun dürfen. Was doch auch für einige Lacher gesorgt hat, war die Tatsache, dass wir in keiner Beiz für einen Auftritt eingeteilt waren, da wir zu gross sind für Beizenkonzerte. Man staune! Dank Renés Einsatz und Verhandlungsgeschick konnten wir aber doch am Beizenplan vorbei einen guten Auftritt im Löwen realisieren.
El Butch in EschenbachPeinlich war die Tatsache, dass mich vor dem Umzug eine etwas obskure und verkleidete Person mit Namen angesprochen hat – gut das ist weiter nicht so schwierig, steht er doch gross hinten auf meinem Instrument -, aber wie sich auf Nachfrage herausstellte, war es Andi aus Degersheim, mit dem ich doch während gut viereinhalb Jahren in die Schule gegangen bin. Sorry Andi, das war keine Absicht.
Beim Warten auf den Shuttle-Bus nach Wagen brannte unser internes Jubiläumskomitee im wahrsten Sinne des Wortes ein Feuerwerk ab. Ein Vulkan in unseren Farben begleitete die Verteilung des violetten Spickels für unsere Jubiplakette. Da wir noch mehr Zeit hatten – wer weiss, wo der Shuttle-Bus war – kam René auf die Idee sich mal am Sousaphon zu versuchen, was damit endete, dass wir einige sehr laute aber unzusammenhängende Töne zu hören und ein paar lustige Verrenkungen zu sehen bekamen. Nachdem wir doch noch nach Wagen gekommen waren – die einen im bequemen Dunkel des Instrumentenlieferwagens -, spieleten wir zum Abschluss des Abends noch bei unseren Freunden der Rapperswiler Schlosshüüler. Obwohl es nicht mehr allzu viele Zuhörer hatte – lag das an der vorgerückte Stunde? – gaben wir nochmals alles, spielten ein gutes Set und hatten das Kissen unter dem Kopf wohl verdient.

Gruss Butch

PS: Mir ist kein PS eingefallen.

Montag, 5. Februar 2007

Anderschball

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Gestern verzichtete ich aufs Harlekinos-Schlitteln um undercover an den Rondo-Ball Andersch 007 zu gehen. Um’s vorweg zu nehmen, was mich erwartete, hat mich überzeugt. Hawaii-Bar, Kaffey-Hütte und Stadtsaal waren cool und bondmässig dekoriert. Allerdings war ich doch noch etwas einsam, als ich um sieben zum Apéro eintraf. Neben ein paar Sponsoren, einigen Guggenvertretern und den Mitgliedern der aufspielenden Guggen waren noch kaum Besucher da. Die kamen erst ab etwa neun Uhr.
El Butch als Baron SamediWas mich den ganzen Abend nicht überzeugte, waren mit einer Ausnahme die auftretenden Guggenmusiken. Es hatten zwar alle ein grosses, gewaltiges Volumen, aber auch viel zu wenig Melodie, nichts was mich den Hintern bewegen liess – ein Anblick, den ich niemandem antun will, aber ich wurde ja gar nicht dazu verleitet. Da war das Ländlertrio in der Kaffeehütte doch von einem ganz anderen Schlag. Hier konnte man sogar tanzen, was ich wenig erfolgreich – meinerseits – mit der Schwester eines Ex-Tubisten versuchte.
Erstaunlich ist, was einem an einem solchen Anlass passieren respektive wer einem über den Weg läuft. Da stehe ich nichts ahnend vor dem rauchfreien Kreuz und wer kommt auf mich zu? Ein ehemaliger Trompeter von uns, der seinen Weg ins Bernbiet gemacht hat und nun in einer berner Gugge spielt, die wiederum ihren Weg ins Kreuz nach Jona (Quartier von Rapperswil-Jona) gefunden hat. Tja, die Schweiz ist halt schon klein. Wer natürlich nicht fehlen durfte war die guggenbekannte Reporterin der Südostschweiz, für die der Ball der siebte Anlass an dem Tag war, den sie – nach eigenen Aussagen – besuchte. Das Gespräch mit ihr – ich stand auch vor ihrer Linse, vielleicht seht ihr mich morgen in der SO – verdient das Prädikat „rondoesk“. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den morgigen Bericht.
Ich hatte auf jeden Fall einen guten und abwechslungsreichen Abend, mal abgesehen von der Musik, aber das ist Geschmackssache und über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Gruss Butch

PS: Den Besuchern wurde beim Eingang „SOLL“ oder „HABEN“ auf den Handrücken gestempelt. Honi soit qui mal y pense! 🙂

Sonntag, 28. Januar 2007