Category Archives: Fasnacht

Obelix in der Südostschweiz

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Die Fasnacht hat begonnen und es ist Zeit, hier mal wieder einen Eintrag zu schreiben. Anlass ist die tolle Hüülernight, die ich mit ein paar Guggenkolleginnen und -kollegen letzten Samstag besuchen durfte. Wer an einem solchen Anlass natürlich nicht fehlen durfte, war unsere Lieblingsjournalistin, weshalb ich mal wieder zu einem Auftritt in der Zeitung gekommen bin (vgl. Bild).
Obelix in der Südostschweiz
Leider ist das Bild nicht grösser, da die SO ein bisschen knausrig ist und ihr Archiv mit PDF-Ausgaben der Zeitung nur Eingeweihten, will heissen zahlenden Personen öffnet.

PS: Die Party tat unserem Tatendrang am darauf folgenden Probesonntag keinen Abbruch – mindestens bei den meisten von uns nicht und damit meine ich nicht einmal mich. 🙂

Mittendrin statt nur dabei

Von | Fasnacht | Keine Kommentare

Wir sind wieder mitten im Fasnachtsfieber drin – auch wenn bald Weihnachten ansteht. Vor rund einem Monat haben wir am Martinstag unseren ersten öffentlichen Auftritt dieser Saison absolviert und gemerkt, was es heisst weniger Mitglieder zu haben. Auch unser Publikum hat das gemerkt – und für uns war das der Ansporn noch intensiver zu Üben und Proben. Im Probeweekend anfangs Dezember aber auch in den bis zur Fasnacht verbleibenden Proben.
Es tut sich aber nicht nur bezüglich Musik etwas bei den Harlekinos, wir haben für die kommende Fasnacht noch anderes im Köcher. So zum Beispiel unser neues Kostüm, über das ich momentan noch nicht mehr verraten kann, darf oder soll. Nur soviel, es ist ein tolles, buntes Harlekinos-Kostüm. Auch die Homepage wird derzeit angepasst an unsere neuen Farben, aber auch hier will ich noch nichts verraten. Sie wird aufgeschaltet, wenn wir uns das erste Mal in unserem neuen Kostüm zeigen. Seid also gespannt auf den Januar.

Von guten Auftrittsorten und speziellen Personen

Von | Fasnacht | Keine Kommentare

Es ist schon einige Zeit her, seit wir das letzte Mal mit den Harlekinos unterwegs waren und ich bin euch Lesern dazu noch einen Blog schuldig. Vor allem auch, weil mich schon zwei Personen darauf angesprochen haben – ich hoffe allerdings, dieser Blog hat mehr Leser als nur die beiden angesprochenen Personen. Ich will euch gesülze wie „ich war so beschäftigt“ oder „ich hatte so viel um die Ohren“ ersparen und ein paar Eindrücke von den Brandons d‘ Yverdon zu Papier – wenn auch nur virtuell – bringen.
Das erste, was mir dabei in den Sinn kommt, ist, dass wir am Samstag sehr, sehr, sehr früh aufstehen mussten, da wir um sieben am Morgen losgefahren sind. Aber: der Peter, unser Lieblings-Carchauffeur, war wieder mit von der Partie. Neben Kaffee, Comella und Gipfeli gab es während der Fahrt auch noch Sandwiches, so dass wir gut genährt – mehr oder weniger aufs Mittagessen – in Yverdon ankamen.
An diesem Samstag haben wir viel gespielt, unser Guide hat uns von Auftritt zu Auftritt schon fast gedrängt, aber wir sind zum musizieren gekommen. Zwei dieser Auftritte haben mir besonders gu gefallen. Einer in einer richtig guten Beiz, mit Filmplakaten und Bücherregalen an den Wänden. Gut dass mir das gefallen hat scheint einzuleuten, sind doch alte Filme und Bücher zwei Steckenpferde von mir. in der Beiz herrschte eine richtig gute Atmosphäre und den Gästen scheint unsere Musik auch gepasst zu haben, hat mir doch eine ältere Dame am Tisch nebenan spontan ein Bier bezahlt. Vielleicht war es ja auch mein Charme, mein gutes Französich oder meine perfekte Schminke. 🙂
René im TabakladenEin anderes Konzert gaben wir auf der Gasse vor einem schnuckeligen Tabaklädeli. Die Besitzer – ein älteres Ehepaar – haben sich etwas spezielles einfallen lassen. Da wir so um vier Ur bei ihnen spielten, organisierten sie für uns einen Z’vieri: Wein und selbstgebackene Schinkengipfeli. Als Dankeschön spielten wir danach in ihrem Lädeli und dieser Auftritt gehört für mich zu den Besten in Yverdon. Die ganze Gugge im kleinen Laden, René nur mit einem Trömmeli bewaffnet auf dem Boden. Wir können eben auch in speziellen Situationen ganz gut spielen und unser Publikum begeistern.
Daneben haben wir auch noch auf der Strasse vor einem Restaurant gespielt, was ja an und für sich nichts ausserordentliches ist. Aber als die Bäckerin von nebenan mit einem Tablett voll Schenkeli – mit einem Hauch Zimt – gekommen ist, waren wir doch positiv überrascht. Eine Überraschung war auch der Auftritt am Sonntag in der Apotheke beim Bahnhof. Ein Novum für uns, haben wir doch nich nie in einer Apotheke gespielt.
Genug von Auftrittsorten. Wir haben auch durchaus spezielle Personen getroffen. Zwei sind mir im Gedächtnis geblieben, auch wenn ich die eine nur vom Hörensagen her kenne. Eine recht rabiate junge „Dame“ mit einer Handtasche. Wartend auf den Umzug war ich Pastis trinkend in einer Bar, als plötzlich zwei Harlekinas hereinkamen und berichteten, sie seinen von einer Frau handtaschenschwingend verfolgt worden. Verständlich, hat sich doch eine ganze Gruppe Harlekinas auf ihren Freund gestürzt und das im wahrsten Sinne des Wortes. Besagter Freund war nämlich mit einer Gruppe gleichgesinnter als Footballspieler verkleidet und sie haben dementsprechend mit einem Football herumgespielt. Unsere Ladies wollten mitspielen und haben sich auf den mit dem Ball gestürzt, mit der Konsequenz, dass sie den Freund von besagter „Dame“ erwischten. Diese wiederum fand das nicht so lustig, da sie sich plötzlich einer grossen Konkurrenz ausgesetzt sah. Ergebnis der Aktion: die Furie verfolgte – nach einigem Sticheln natürlich – handtaschenschwingend ein paar Harlekinas und der arme Kerl musste sich vor seinen versammelten Freunden von ihr eine Standpauke anhören. Und – wir trauen ja keinem – sie marschierte den ganzen Umzug neben der Gruppe Footballer her!
Eine andere durchaus spezielle Frau – warum waren das nur Frauen? – tanzte uns im grossen Festzelt über den Weg. Sie brachte im wahrsten Sinne des Wortes die Bühne zum Beben. Ich will ja nicht lästern, ich weiss, meine Figur ist weit entfernt von jeglicher Perfektion, aber so kleiden würde ich mich nicht einmal an der Fasnacht. Ein hautenges, rückenfreies, kurzes Kleid in schwarz, bei dem man hintenrum den BH sah. Das mag ihr Problem sein, kann der geneigte Leser jetzt einwenden. Und da hat er durchaus recht. Aber wenn man durch exzessives Tanzen die Anti-Wolf-Pflaster an den Oberschenkeln entblösst – zum Glück nur die -, dann ist das was anderes. Moderner Technik sei dank gibt es von dem Tanz ein Video, moderner Technik sei dank hat es das Video nicht bis auf meinen Rechner und damit auch nicht in diesen Blog geschafft. Ich denke, jeder kann sich die Szene vorstellen, wenn er das wünscht.

Gruss Butch

EL Butch in YverdonPS: Beim durchsehen unserer Fotogalerie bin ich auf ein Foto aus Yverdon gestossen, das mich nachdenklich gestimmt hat. Warum hält sich die Frau an der Bar die Ohren zu? So schlecht habe ich in Yverdon nicht gespielt. Glaube ich jedenfalls!

Freitag, 30. März 2007

Von Verboten oder Musik auf engstem Raum

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„Grüäzi usäm ZH Underland MEGA COOL gsi vo eu daser i eusem Wagä gspilt händ“, schrieb Pumba vom Cäsar-Fäscht vorgestern in unser Gästebuch (–> hier klicken für das Gästebuch). Was für ein Wagen und warum spielen auf einem Wagen?
Bekanntlich waren wir letztes Wochenende in Andelfingen an der Fasnacht. Im Bus überraschten und René und Nicolas – unsere beiden Programmchefs – mit einer langen Liste von Verboten, die unsere Auftritte an der Andelfinger Fasnacht begleiteten. So durfte man am Umzug beispielsweise kein offenes Feuer mitführen (tun wir sowieso nicht) oder ohne Bewilligung des Komitees nichts verkaufen (haben wir trotzdem gemacht). Und es gab Einschränkungen, die das Musik machen betrafen (das tun wir definitiv!). So durfte zwischen 01.00 und 11.00 Uhr keine Musik gemacht werden und die Restaurants waren tabu, da (scheinbar) nicht fasnachtbegeistert. Ich habe mir allerdings von einer einheimischen Gugge sagen lassen, es gäbe eine Beiz in der man spielen kann und die haben wir gerockt. Doch ein Beizenverbot und nur ein Platz wo etwas los ist? Was tun?
Musik auf engstem RaumAuf dem Platz standen lustige, grössere und kleinere Fasnachtswagen mit integrierten Bars und so rauften sich nach dem offiziellen Harlekinos-Spielschluss ein paar Harlekinos zusammen und begannen diese Barwagen zu bespielen. Ich mit meinem kleinen Instrument bahnte den Weg und die anderen folgten. Der erste Wagen war so klein, dass wir kaum stehen konnten und so musste ich – der ich nicht der grösste bin – auf einem Getränkeharrass sitzend spielen. Das hat natürlich der Stimmung nicht geschadet. Weder unserer noch der des Publikums. Dass es nach den Auftritten auch was zu trinken gab, spricht für de Betreiber der Wagen, die Freude hatten an unserem Aufspiel. Das zeigt auch Pumbas Eintrag im Gästebuch und die Tatsache, dass sie uns am Sonntag in ihrem Wagen zum Start des Umzug in Kleinandelfingen Markus mit Bier und Röhrlimitgenommen haben. A propos trinken: Dass man sein Bier trotz engen Platzverhältnissen nicht mit einem Strohhalm trinkt – auch wenn es ein Miller’s ist – sollte eigentlich klar sein.
Dass nicht alle Freude hatten an unserer Musik in ihrem Wagen und uns, unterstützt von ihrer doch recht lauten Musikanlage, aus dem Wagen warfen, buchen wir als Kollateralschaden ab, der uns nicht weiter beunruhigt. Wir machen weiter Musik auf engstem Raum!

Gruss Butch

PS: Auf der Homepage der Gruppe „Cäsar-Fäscht“ gibt es unter „Umzug Andelfingen“ Fotos von unserem Konzert in ihrem Wagen.

Donnerstag, 8. März 2007

Eine Leiche im Keller oder Schlafen in der Notunterkunft

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Eine Leiche im Keller haben – sprichwörtlich gemeint – die meisten von uns. An der Fasnacht in Andelfingen hatten wir nicht nur sprichwörtlich eine solche bei uns.
Ich muss vielleicht ein wenig ausholen. Liebe Leserin, lieber Leser, du hast dich vielleicht auch schon gefragt, wo und wie wir übernachten, wenn wir auswärts an der Fasnacht sind. Meistens sind das Turnhallen oder Zivilschutz- respektive Notunterkünfte, wie sie die meisten Männer vom Militärdienst her kennen. Dass es da nicht immer allzu ruhig ist kann sich jeder vorstellen. Von Schnarchen bis frühmorgendlichem Singen – …äm Hans sis Mami isch en Maa… – haben wir schon alles erlebt. Aber was und in Andelfingen passiert ist, schlägt alles.
Der ominöse HutBeim Aufstehen am Morgen – noch ist es dunkel in der Unterkunft – stellt ein Harlekin fest, die Leiche ist weg. Ungläubiges und noch etwas müdes Lachen antwortet ihm, doch er hält fest: „Gestern Nacht lag hier am Boden einer und hat tief und fest geschlafen und er gehört nicht zu uns.“ Übrig ist nur noch eine undefinierbare Pfütze. Als das Licht angeht, wird das Ausmass der Pfütze klar und mittendrin steht ein gehörnter Hut. Was von der Leiche übrig war. Ein anderer Harlekin stellt fest, dass seine Schuhbändel in der Pfütze liegen und versucht mit dem Geruchstest herauszufinden was das für eine Lache ist. Keine Chance.
Die Leiche im BettDa stellt sich heraus, dass der Besitzer des Hutes doch keine Leiche ist, sich aber in einem todähnlichen Schlaf im anderen Teil unseres Zimmers befindet. Und es bewahrheitet sich: der Typ in seinem Pelzkostüm gehört definitv nicht zu uns. Verschiedene Veruche ihn zu wecken um näheres über ihn zu erfahren schlagen fehl. Das einzige, das wir herausfinden ist, dass er komisch spricht, so in etwa, wie unsere Nachbarn im Norden. Auch auf unsere Verkleidungsaktion mit WC-Papier reaiert er nicht. Ebenso wenig auf mein virtuoses Sousaphonspiel direkt neben seinem Ohr. Na ja, wir witzeln noch ein wenig und fragen uns, ob der unbekannte wohl noch da ist, wenn wir zurück kommen um unser Gepäck zu holen. Für uns ist es auf jeden Fall Zeit zum gehen, Kaffee und Gipfeli warten.
Wartend auf den Umzug macht sich ein Harlekin auf den Weg zu unserer Unterkunft um etwas Kleidung abzuladen – wir haben uns alle zu warm angezogen. Wer läuft ihm vor der Notunterkunft über den Weg? Richtig geraten – unser Fellmann! Er habe noch etwas müde und verkatert ausgesehen, hätte aber dennoch Auskunft geben können. Er habe sich ab unseren Aktionen nicht gestört gefühlt und die Pfütze am Boden sei Bier gewesen. Aha! Aber was ihn in unser Zimmer verschlagen hat konnte er nicht beantworten. Nun gut, immerhin wissen wir jetzt, dass es ihm den Umständen entsprechend gut geht.
Nach dem Umzug treffen wir eine süddeutsche Hexe, mit der wir schon am Abend vorher geplaudert haben und auf unsere Nachfrage bestätigt sie uns, dass der besagte Typ mit ihnen unterwegs sei, sie ihn allerdings nicht kenne, da er „nur“ der Cousin einer Mithexe sei und er sich ihnen für die Andelfinger Fasnacht angeschlossen habe. Kurz darauf – wir sitzen in der Sonne vor dem Guggenkeller und essen unsere Wienerli mit Bier – haben wir ein Aha-Erlebnis. Unser Fellmann steht in der Warteschlange und er scheint uns zu erkennen. Er hat auch einen Kollegen dabei, der aussieht wie er und der in unsere Richtung andeutet, der andere sei übrigens unser mysteriöser Fellmann. Wir kennen ihn jetzt und dass er wieder fit ist beweist er uns, indem er aus dem (Bier-)Becherlein eines Harlekins trinkt. Ende gut, alles gut. Und dass besagter Harlekin sein Bier nicht mehr fertig getrunken hat, kann ich durchaus vertstehen.

Gruss Butch

PS: Wer das Notunterkunftfeeling auch einmal erleben möchte, melde sich doch bitte bei Frau Barbara Keller-Inhelder. Sie hat einschlägige Erfahrung mit Notunterkünften.

Montag, 5. März 2007