Category Archives: Fasnacht

Start in die neue Probesaison

Von | Fasnacht | Keine Kommentare

Mitte dieses Monats sind wir in die neue Probesaison gestartet. Neben den älteren Liedern, die wir wieder auf Vordermann bringen, sind wir aber auch daran drei neue Stücke einzuüben. Natürlich verrate ich hier nicht um welche Lieder es sich handelt, eines könnt ihr aber sicher sein – es sind alle drei richtige Ohrwürmer!
Dass die Arrangements für uns Sousaphonisten nicht immer gleich interessant zu spielen sind, weiss wohl jeder, der ein tiefes Instrument spielt. Oft spielen wir simple Humptata-Begleitungen. Zufälligerweise bin ich auf YouTube auf einen kleinen Film gestossen, der unsere Situation schön zeigt. Sogar das Happy-End haben wir manchmal. Viel Spass beim anschauen!

Wie, wo, wann und warum entstand die Guggenmusik?

Von | Allgemein, Fasnacht | 2 Kommentare

Gerne greife ich de Frage von Sabi aus dem Kommentar zu meinem letzten Blog auf: „Wie, wo, wann und warum entstand die Guggenmusik?“
Bei meiner Recherche stiess ich auf einen Artikel von Dominik Wunderlin aus dem Heft „Schweizer Volkskunde“ von 1985 mit dem Titel „Ursprung der Guggenmusik“. Auf diesen Artikel beziehe ich meine folgende Antwort auf die Frage von Sabi.
Umzüge mit Lärmgeräten sind im Volksbrauch eine weltumgreifende Erscheinung. In unserem Kulturkreis kennen wir Lärmumzüge vor allem bei Winter- und Frühlingsbräuchen. Unter Begriffen wie „Tschättermusik“ oder „Katzenmusik“ sind diese improvisierten Musikgruppen bei uns seit langem bekannt. Diese älteren Bezeichnungen wurden im 20. Jahrhundert weitgehend abgelöst durch das Wort „Guggenmusik“. Dieser neue Begriff, und mit ihm zu einem grossen Teil die Sache selber, scheint sich von Basel aus verbreitet zu haben. In einem Basler Karnevalsbericht aus dem Jahr 1852 ist die Rede von einer Musikgruppe, die, gekleidet in Schlafrock und Zipfelkappe, mit Trompeten, Pauken, Piccolo, Bombardon (Tuba), Kornett und Pauke durch die Gassen zog. Diese Beschreibung tönt schon verdächtig nach Guggenmusik, auch wenn sie noch nicht so genannt wurde. Für die Zeit um die Jahrhundertwende darf die Existenz von Guggenmusiken als sicher angenommen werden. Das Wort „Guggenmusik“ erscheint das erste Mal 1906 im Basler „Verzeichnis der Fasnachtszüge“. Bis zum Kriegsausbruch 1939 begegnet man in Zeitungsberichten immer wieder Guggenmusiken an der Basler Fasnacht, auch wenn das nicht immer von allen Leuten gern gesehen war.
Fasnachtsumzug in Baden 1912Erneut richtig los ging es mit den Guggenmusiken in Basel 1946, an der ersten Nachkriegsfasnacht, als sieben Guggenmusiken teilnahmen. 1962 wurde der Morgenstreich zur ersten Mal ohne Guggenmusiken durchgeführt. In Gegenzug versprachen die Trommler- und Pfeiffer-Cliquen, zukünftig am Dienstagabend das Gebiet zwischen Markt- und Barfüsserplatz nicht mehr spielend zu betreten. Diese Regelung hatte Erfolg, wurde der Dienstag bald zum „Guggezyschtig“.
In Basel sind also Guggenmusiken seit etwa 1900 bezeugt, Basel kann demnach als Ursprungsort der „Guggenmusikbewegung“ bezeichnet werden, eine Bewegung, die in die ganze Schweiz und sogar über die Landesgrenzen hinaus ausstrahlte. In Luzern, wo 1948 eine Basler Formation am Fritschi-Umzug teilnahm, wurde noch an der gleichen Fasnacht eine Guggenmusik gegründet. Diese Gruppe, nahm 1949 an der Zürcher Fasnacht teil, wo bereits 1948 auf Initiative von zwei „Heimwehbaslern“ eine Guggenmusik entstanden ist. In Solothurn, wo die „Chesslete“ schon lange den Fasnachtsbeginn markierte, liess man sich 1949 inspirieren und gründete die erste Solothurner Guggenmusik.
Sabi, ich hoffe, ich konnte deine Frage zufrieden stellend beantworten. Auf weitere spannende Fragen freue ich mich.

PS: Das Bild zeigt den Badener Fasnachtsumzug von 1912.

Regeln an der Fasnacht

Von | Fasnacht | Ein Kommentar

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, wir fahren morgen nochmals an die Fasnacht. Am Samstag sind wir in La Chaux-de-Fonds und am Sonntag in Avenches. Wie es sich so für einen guten Guggenmusiker gehört, habe ich mich mal im Internet über die Fasnacht an diesen beiden Orten schlau gemacht. Und siehe da, die Organisatoren der Fasnacht in Avenches geben im Internet einige Regeln bekannt.
Nun sind Regeln an der Fasnacht nichts Neues für uns. Fast jedes Komitee hat irgendwelche Regeln für seine Fasnacht. Das kann ein Verbot sein – uns wurde schon verboten, während des Umzugs Feuerwerk abzubrennen, wie wenn wir spielen und zündeln gleichzeitig könnten – oder ein Gebot – wie das Gebot in Andelfingen, für die Unterkunft Toilettenpapier mitzubringen.
Regeln für die FasnachtWas sich aber das Komitee von Avenches wünscht ist doch eher speziell. Es sind drei Regeln (c.f. Bild):
1) Man grüsst sich nicht mit „Salut“, sondern mit „Ave“.
2) Man siezt sich nicht, man ist an der Fasnacht per Du.
3) Diese Regel habe ich nicht ganz verstanden, auch mein Dictionaire konnte mir nicht weiterhelfen. Aber es scheint ums Trinken zu gehen und das ist doch etwas tolles. (Wer mir nähere Angaben zu dieser Regel machen kann, soll dies soch im Kommentarbereich des Blogs tun.)
Auch die Bilder bei den Regeln können auf den ersten Blick erstaunen. Auf den zweiten Blick werden sowohl die Bilder als auch ein Teil der Regeln klar. Avenches war zur Zeit der Römer bekannt unter dem Namen Aventicum. Wer mehr über Aventicum erfahren möchte (und das sind wohl alle – kleine Hoffnung des Historikers :-)), der schaue sich hier den Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz an.

Vom Reinigen des Instruments

Von | Allgemein, Fasnacht | Ein Kommentar

Heute habe ich mein Sousaphon auseinander genommen, um es einer gründlichen Reinigung zu unterziehen, sind doch an den vergangenen Anlässen einige Konfetti ins grosse Rohr gelangt. Nicht alleine wegen eines ominösen Sousaphonisten einer anderen Rapperswiler Gugge.
Nun, das Reinigen an und für sich ist nichts spannendes und auch nicht der Grund, warum ich diesen Eintrag schreibe. Erstaunt habe ich aber festgestellt, dass doch einiges Platz hat in einem solchen Instrument. Dass eine riesen Menge Konfetti rauskommen, damit habe ich gerechnet. Dass etwa 30 Liter Bier in ein Sousaphon passen, habe ich auch gewusst. Was aber beim Ausspülen rausgekommen ist, hat mich vom Hocker gehauen.
Seit dem Freitag der Rappi-Fasnacht im Südquartier bei den Südfägern vermisste ich das Netz, das über den Trichter gespannt ist, um Konfetti abzuhalten. Ich meinte, ich hätte es auf dem Heimweg verloren. Dem ist nicht so. Es hat sich im Rohr meines Instruments versteckt und ist erst heute wieder zum Vorschein gekommen. Da wundert es mich auch nicht, dass Cécile immer das Gefühl hatte, sie höre mich nicht. Sie hat mich nicht gehört, ich hatte ja auch einen wunderbaren Dämpfer im Sousaphon. 🙂

Harlekinos-Pause

Von | Allgemein, Fasnacht | Keine Kommentare

In meinem letzten Beitrag habe ich es angetönt. Wir haben eine Fasnachtspause, bevor es nächsten Samstag in Bülach wieder weitergeht. Zeit also um einmal ein bisschen zurückzuschauen, auf das was bisher bei uns Harlekinos so gelaufen ist. Ich will aber nicht über die einzelnen Anlässe berichten, dafür haben wir unser Harlezine mit den vielen begnadeten Schreiberlingen. Ich will in mein kleines schwarzes Büchlein schauen, in dem ich mir den einen oder anderen Sprich, der an der Fasnacht gefallen ist, notiert habe. Ein Rückblick also mit aus dem Zusammenhang gerissenen Aussagen. Ich bitte euch, seid mir nicht böse, auch wenn ihr euch in einem Spruch wiedererkennt.

Trinken: Nach Auftritten gibt es immer einen mehr oder weniger guten Tropfen für die ausgetrocknete Kehle.

  • Ich han do so en Pfützä, däbi gäbt’s Freixenet.
  • Mis Glas isch grösser als eues, ich han en Kelch.
  • S Bouquet isch flach.

Männer und Frauen: Sind ein Dauerbrenner an der Fasnacht.

  • Do isch de Pflückfaktor gleich null.
  • Dä N.N. hämmer gopferet damit’s dä Mehrheit guet goht.
  • Dä het lieber uf d‘ Stromleitig brünzlet, er het meh devo gha.
  • Bi däm Schneewitli blibt dä Ries en Zwärg.

Andere Guggen: Werden natürlich immer diskutiert und kritisch angehört.

  • Unnützi Beizefüller!

PS: Was macht eigentlich ein Harlekin, wenn er seine Gspänli nicht sieht und er zu viel Zeit hat? Er schnappt sich ein Kleinflugzeug und schaut sich seine Heimat mal von oben an.